Sexuelle Probleme

Stress als Lustkiller Nr. 1

Negativer Stress beeinträchtigt nicht nur das Seelenleben und verursacht körperliche Beschwerden. Termindruck, Rollenkonflikte, Hetz und Eile führen häufig auch zu sexueller Unlust. Tatsächlich kommen verschiedene Studien zu dem Ergebnis, dass sowohl Männer als auch Frauen, die sehr unter den alltäglichen Herausforderungen leiden, weniger Lust auf Sex verspüren oder gar sexuelle Störungen wie Libidoverlust und Erektionsstörungen beschreiben.

Kein Wunder: Wer gestresst ist, ist abends müde und erschöpft. Die täglichen Anforderungen absorbieren Lebenskraft und Liebeslust. Ursächlich sind die selben physiologischen Mechanismen, die auch für Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme und Co. sorgen: Durch den dauerhaft erhöhten Stresshormonlevel konzentriert sich die Energie im Körper dort, wo sie benötigt wird – in Lunge, Herz, Muskulatur und Gehirn. Die Tätigkeit der Fortpflanzungsorgane wird dafür reduziert, der Hormonstoffwechsel kommt aus dem Gleichgewicht, es werden weniger Geschlechtshormone produziert. Die Lustlosigkeit im Bett wiederum kann die Partnerschaft massiv belasten und verursacht damit häufig neuen Stress, ein Teufelskreis beginnt.

Positiver Stress hingegen bewirkt unter Umständen das Gegenteil. Menschen, die objektiv unter starkem Zeit- und Leistungsdruck stehen, sich psychisch aber nicht belastet fühlen, können eine ungeahnte Lustfähigkeit entwickeln. Ausschlaggebend ist also auch hier das persönliche Stressempfinden.


Anhaltende sexuelle Störungen können allerdings auch ein Hinweis auf Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sein. Im Zweifel sollten Sie daher einen Arzt aufsuchen, um mögliche organische Ursachen abklären zu lassen. Ansonsten versuchen Sie, sich ausreichend Freiräume zu schaffen. Finden Sie heraus, was Sie stresst, und nehmen Sie sich Zeit für sich und Zeit, die Sie mit Ihrem Partner verbringen. Methoden zum Stressabbau wie Entspannungstechniken helfen abzuschalten und neue Kräfte zu sammeln. Stress-Symptome wie Müdigkeits- und Schwächegefühl lassen sich außerdem mit pflanzlichen Präparaten aus der Apotheke nachweisbar lindern.