Weitere Auswirkungen von Stress

Vielfältige Folgen

Stress-Symptome haben viele Gesichter. Neben den bisher beschriebenen seelischen und körperlichen Erkrankungen kann die andauernde "Alarmbereitschaft" auch Auswirkungen auf viele weitere Körperfunktionen haben. Einige davon sind nachfolgend beschrieben.

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Gewichtsprobleme durch Stress

Den Energiestoffwechsel unterstützen
Chronischer Stress kann nicht nur ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, sondern auch ein unkontrolliertes Essverhalten begünstigen. Während bei manchen dauerhafte Anspannung so auf den Magen schlägt, dass sie keinen Bissen mehr hinunterbekommen, reagieren andere mit regelrechten Heißhungerattacken auf Nahrungsmittel, die schnell viel Energie freisetzen, also vor allem kalorienreiche Snacks wie Süßigkeiten sowie fettreiche Lebensmittel. Der Genuss rückt hierbei häufig in den Hintergrund.

Dieses unkontrollierte und meist einseitige Essverhalten kann wiederum neuerlichen Stress verursachen: Das Gewicht klettert ungewollt in die Höhe, da überschüssige Energie aus der Nahrung als schnell verfügbares Fett im Gewebe eingelagert wird. Zudem wird der Körper durch die Aufnahme dieser "leeren" Kalorien nicht ausreichend mit allen benötigten Nährstoffen versorgt. Müdigkeit, Erschöpfung und Frustration stellen sich ein. Dabei ist eine bewusste, ausgewogene Ernährung gerade bei länger andauernden Stressphasen besonders wichtig. Sie unterstützt den Energiestoffwechsel, stärkt die Stressresistenz und wirkt sich sogar positiv auf unsere Stimmung aus. Zusätzliche körperliche Bewegung verbrennt nicht nur überschüssige Kalorien, sie baut außerdem Stresshormone ab und fördert somit die Entspannung.

Konzentrationsstörungen durch Stress

Die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhalten
Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Dauerstress zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führt. Dies wirkt sich vor allem negativ auf Merkfähigkeit, Konzentration und Kreativität aus. Stresshormone bewirken außerdem Veränderungen in der Biochemie des Gehirns, die Depressionen oder das Burn-out-Syndrom verursachen können. Konzentrationsschwäche kann jedoch auch Folge verschiedener Krankheiten sein, im Zweifel sollten Sie also organische Ursachen medizinisch ausschließen lassen.

Um das Gehirn leistungsfähig zu halten, ist es vor allem in stressigen Phasen ratsam, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Regelmäßige Ruhepausen, ausreichend Schlaf sowie verschiedene Entspannungstechniken helfen ebenfalls, Konzentrationsstörungen entgegenzuwirken.

Grüner Star durch Stress

Risikofaktoren meiden
Chronischer Stress birgt vielfältige Risiken für das seelische und körperliche Wohlbefinden. Zu den gesundheitlichen Folgen der dauerhaft vermehrten Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol zählen unter anderem Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht und Typ-2-Diabetes – Erkrankungen, die neueren Forschungen zufolge wiederum die Entwicklung eines sogenannten Grünen Stars (Glaukom) begünstigen können.

Ein Glaukom ist durch eine Unterversorgung des Auges mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen gekennzeichnet. Hält die Unterversorgung über einen längeren Zeitraum an, können die Nervenzellen der Netzhaut und des Sehnervs absterben, was in der Folge zu Gesichtsfeldausfällen führt. Während lange Zeit ausschließlich ein erhöhter Augeninnendruck als ursächlich angesehen wurde, sehen die Wissenschaftler heute unter anderem auch einen Zusammenhang mit den eingangs genannten Erkrankungen. Bleiben diese unbehandelt und kommen weitere Risikofaktoren wie Rauchen hinzu, kann es zu einer unzureichenden Durchblutung des Sehnervs und der Netzhaut kommen.

Adäquate Bewegung und eine ausgewogene, vollwertige Ernährung sind die Grundpfeiler eines gesunden Lebensstils. Darüber hinaus sollte regelmäßig eine Analyse der stressauslösenden Faktoren erfolgen, um rechtzeitig gegensteuern zu können und damit die Folgen von dauerhaftem Stress zu vermeiden.

Schwächung des Immunsystems durch Stress

Den Abwehrmechanismus stärken
Das Immunsystem bietet einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen Umweltschadstoffe und Infektionserreger, denen wir ständig ausgesetzt sind. Dieses komplexe Überwachungsorgan sorgt also dafür, dass die körperfremden und potenziell bedrohlichen "Angreifer" erkannt und bekämpft werden. Ist der Körper allerdings dauerhaft in Alarmbereitschaft, kann dies das Immunsystem schwächen. Damit steigt nicht nur die Anfälligkeit für Infektionserkrankungen wie Erkältung und Bronchitis, auch die Wundheilung kann sich verlangsamen.

Zur Stärkung des Immunsystems empfiehlt sich vor allem Bewegung an der frischen Luft. Körperliche Aktivität sorgt für einen schnellen Abbau von Stresshormonen und schaltet damit deren hemmende Funktion auf das Immunsystem aus. Positive Effekte auf die Regulierung des Immunsystems haben darüber hinaus verschiedene Entspannungstechniken sowie eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Spurenelementen wie Eisen und Zink ist. Pflanzliche Arzneimittel können in stressigen Zeiten das Immunsystem ebenfalls unterstützen.

Osteoporose durch Stress

Die Knochengesundheit unterstützen
Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Stabilität verlieren und damit das Risiko für Knochenbrüche steigt. Die Faktoren, die eine Osteoporose begünstigen können, sind vielfältig. Nicht beeinflussbar sind Lebensalter und Geschlecht, selbst steuern können Sie hingegen andere Risikofaktoren, wie etwa einen ungesunden Lebensstil.

Auch chronischer Stress kann die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen. Die dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel hemmen die Verdauung, was zu einer unzureichenden Nährstoffverwertung und damit langfristig zu einem Mangel an Vitalstoffen führt. In der Folge entzieht der Organismus den Knochen lebenswichtige körpereigene Substanzen (Demineralisierung), um dem gesteigerten Energiebedarf nachzukommen. Der Knochenabbau wird beschleunigt, die Knochenmasse nimmt ab.

Es ist daher ratsam, beeinflussbare Risikofaktoren zu meiden und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Achten Sie etwa auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium. Durch eine entsprechende Ernährung kann der tägliche Bedarf in der Regel gedeckt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Kalziumzufuhr von 1000 mg. Gleichzeitig benötigt der Körper Vitamin D für den Transport von Kalzium in die Knochen. Vitamin D wird teilweise über die Nahrung zugeführt, der Großteil unseres Bedarfs wird allerdings mithilfe von Sonnenlicht (UVB-Licht) in der Haut gebildet – tägliche Bewegung im Freien ist daher unerlässlich. Bleibt die ausreichende Bewegung bei Sonnenlicht aus, können Vitamin-D-Präparate Defizite ausgleichen. Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D ist vor allem in den Wintermonaten wichtig, da in Deutschland die Anzahl der Sonnenstunden nicht ausreicht, um genügend Vitamin D zu produzieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 800 I.E. (Internationale Einheiten; 40 I.E. = 1 µg).

Regelmäßige und geeignete Bewegung stärkt nicht nur Knochen und Muskulatur, sie ist außerdem ein hervorragendes Mittel, um den Stresshormonlevel abzubauen.