Stressformen und Ursachen

Stress ist nicht gleich Stress

Stress entsteht, sobald unser Organismus auf sogenannte Stressoren, das heißt stressauslösende Faktoren von außen (exogen), reagiert. In Verbindung mit persönlichen Stressverstärkern oder -dämpfern – also der eigenen Einstellung und Bewertung – beginnt ein komplexes Zusammenspiel automatisch ablaufender biologischer Vorgänge, das durch das Stresszentrum im Gehirn ausgelöst wird. Es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Diese versetzen unseren Körper in Alarmbereitschaft und garantieren damit seine Leistungsfähigkeit. Evolutionsbedingt ist so ein Überleben in Gefahrensituationen gesichert.

Tatsächlich durchläuft der Körper in Zeiten hoher Belastung unterschiedliche Stadien: In der sogenannten Alarmphase schüttet der Körper Stresshormone aus und kommt auf Hochtouren. Danach folgt die Widerstandsphase, in der der Körper versucht sich anzupassen, um sich so der Herausforderung zu stellen. Hält der Stress allerdings dauerhaft an, kapituliert der Körper irgendwann, die Erschöpfungsphase ist erreicht.

Doch Stress ist nicht gleich Stress. Experten unterscheiden zwischen positiver (Eustress) und negativer Belastung (Disstress).

Eustress – wenn Stress beflügelt

Der Begriff Stress ist überwiegend negativ besetzt, die körpereigenen Stressreaktionen können jedoch ebenso durch positive Anspannung (Eustress) ausgelöst werden. Verknüpfen wir mit der höheren Belastung eher positive Gefühle, so leistet unser Körper zwar intensive Arbeit, um den gewünschten Anforderungen gerecht zu werden, doch dies wird nicht als Belastung empfunden. Aufmerksamkeit, und Motivation verbessern sich und wir fühlen uns deutlich leistungsfähiger.

Disstress – wenn negative Empfindungen belasten

Je nach Art, Umfang, Dauer und Intensität kann negativ empfundener Stress (Disstress) lähmend wirken. Kommen Ruhe- und Entspannungsphasen permanent zu kurz und überwiegt das Gefühl der Überlastung dauerhaft, kann das gar zu ernsthaften Gefahren für die Gesundheit führen – emotional und auch körperlich. Häufig fühlen sich Betroffene zunächst müde und ausgebrannt, später münden diese Beschwerden nicht selten sogar in ernstzunehmende Erschöpfungszustände. Dass dauerhafter Stress auch physisch krank machen kann, belegen aktuelle Untersuchungen. Forscher haben beispielsweise einen deutlichen Zusammenhang zwischen Stress und der Entstehung von Typ-2-Diabetes belegt. Auch das Risiko für Bluthochdruck sowie das Auftreten von Reizdarmbeschwerden steigt durch anhaltende Belastungsphasen nachweislich an. Psychisch macht sich die Überlastung meist in Form von Gereiztheit, Schlafstörungen und Angstzuständen bemerkbar. Nicht selten müden diese Symptome in einem Burn-out-Syndrom.

Persönliche Stressverstärker

Stressreaktionen sind so unterschiedlich und individuell wie der Mensch selbst. Was für den einen ein stressiger Arbeitstag ist, mag für einen anderen ein Alltag ohne große Herausforderungen sein. Größte Stressverstärker sind persönliche Einstellungen und Denkmuster. Wer sich selbst permanent unter Druck setzt, weil er sein Wohlbefinden und Selbstwertgefühl über die Erfüllung seiner eigenen Ansprüche oder über die Ansprüche anderer definiert, verfällt schnell dem "Muss"-Denken. Inwieweit eine Situation Stress auslöst, hängt also vor allem von den Bewältigungsstrategien jedes einzelnen ab. Ein Patentrezept für den Umgang mit Stress gibt es demzufolge nicht.

Wichtig ist, dass Sie die Stress-Signale Ihres Körpers kennen, wahrnehmen und beachten, damit Sie rechtzeitig entgegensteuern können. Für einen gesünderen Umgang mit Belastungen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung – prüfen Sie, ob Sie bereits einige davon nutzen und welche Sie in Zukunft in ihren Alltag integrieren möchten. Auch die Natur bietet natürliche und wirksame Unterstützung in Belastungssituationen. Pflanzliche Arzneimittel mit Rosenwurz (Rhodiola rosea) haben sich zur Linderung akuter Stress-Symptome bewährt.